Krypto Freigrenze 1.000 € & Gewinn berechnen: So geht die Rechnung 2026
Die 1.000-€-Freigrenze — und warum das Wort wichtig ist
Für private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG gilt seit dem Veranlagungszeitraum 2024 eine Freigrenze von 1.000 € pro Jahr (zuvor 600 €). Sie umfasst alle privaten Veräußerungsgeschäfte eines Jahres zusammen — nicht nur Krypto.
Der häufigste Irrtum: Freigrenze ist nicht gleich Freibetrag.
- Freibetrag würde bedeuten: nur der Betrag über der Grenze ist steuerpflichtig.
- Freigrenze bedeutet: Wird die Grenze auch nur um einen Euro überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.
Bei 999 € Gewinn zahlst Du also nichts; bei 1.001 € ist der volle Betrag zu versteuern. Das macht die Planung rund um die Grenze relevant.
So berechnest Du den Gewinn
Der steuerpflichtige Gewinn je Verkauf ergibt sich aus einer einfachen Grundformel:
| Veräußerungserlös (Verkaufswert in €) | 5.000 € |
| − Anschaffungskosten (Kaufwert in €) | 3.200 € |
| − Werbungskosten (z. B. Transaktionsgebühren) | 50 € |
| = steuerpflichtiger Gewinn | 1.750 € |
Maßgeblich sind jeweils die Euro-Werte im Zeitpunkt von An- und Verkauf. Auch ein Tausch (Krypto gegen Krypto) gilt als Veräußerung und löst eine solche Berechnung aus.
FIFO: Welche Coins gelten als verkauft?
Wer dieselbe Kryptowährung zu verschiedenen Zeitpunkten und Preisen gekauft hat, braucht eine Regel, welche Einheiten bei einem Teilverkauf veräußert werden. Hier gilt die FIFO-Methode (First in, first out): Die zuerst gekauften Coins gelten als zuerst verkauft. Nach dem BMF-Schreiben vom 6. März 2025 erfolgt die Betrachtung walletbezogen und ist je Kryptowährung bis zur vollständigen Veräußerung beizubehalten.
FIFO entscheidet damit nicht nur über die Höhe des Gewinns, sondern auch darüber, ob die einjährige Haltefrist für die verkauften Einheiten schon erfüllt war — und der Verkauf damit steuerfrei ist.
Was Du jetzt tun solltest
- Alle An- und Verkäufe mit Euro-Werten erfassen — inklusive Gebühren und Tauschvorgängen.
- FIFO sauber anwenden — pro Wallet und Kryptowährung.
- Die 1.000-€-Grenze im Blick behalten, bevor Du kurz vor Jahresende noch verkaufst.
- Haltefrist je Tranche prüfen, um steuerfreie von steuerpflichtigen Verkäufen zu trennen.
Häufige Fragen
- Wie hoch ist die Freigrenze für Krypto-Gewinne?
- Seit dem Veranlagungszeitraum 2024 1.000 € pro Jahr (vorher 600 €) für private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG.
- Ist die 1.000-€-Grenze ein Freibetrag oder eine Freigrenze?
- Eine Freigrenze. Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber.
- Wie berechne ich den Gewinn?
- Veräußerungserlös minus Anschaffungskosten minus Werbungskosten; welche Coins verkauft sind, bestimmt FIFO (walletbezogen).
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information zur aktuellen Rechtslage (Stand Juni 2026) und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung. Das Rechenbeispiel ist vereinfacht; die konkrete Ermittlung hängt vom Einzelfall ab.
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